Kommen Sie mit auf eine kleine Reise ins Jahr 2050 schließen Sie bitte kurz die Augen und stellen Sie sich vor: Sie reisen mit mir bis ins Jahr 2050 das perfekte Gesundheitssystem macht es möglich.. und ich bin ein Humanoide – ein menschlich wirkender Roboter – und berichte aus meiner Sicht im Zeitraffer:

2017:
Hier beginnt unser Trip. Aus der Retrozeit: Erste doofe Roboter saugen alleine Staub, mähen den Rasen und arbeiten eintönig am Fließband in der Produktion. Erste Piloten eines Kommunikationsroboters (genannt Mister Pepper) gehen auf und ab und sprechen bereits mit den Menschen. Mister Pepper, zu sehen bei der CeBIT, ist ein sehr freundlich aussehender Roboter, der den Menschen sehr nahe kommt und schon etwas sprechen kann. Auf dieser CeBIT hat er schon erste Interviews gegeben.

2020:
Der Fachkräftemangel in der Pflege zwingt uns: Wir haben die ersten Pflegeroboter im Test. Es läuft immer besser: Nach Versuchen mit Kommunikationsrobotern, die endlich wieder Zeit für ein Gespräch mit den älteren Menschen haben, klappt es nach einigen Anlaufschwierigkeiten auch mit leichten Arbeiten wie Betten machen, Saugen, Wischen, aber auch Blutdruck und Puls messen. Sehr geschätzt wird es von den älteren Menschen, dass sie nicht mehr allein sind.
Fahrzeuge fahren bereits zum Teil unbemannt. Auch wir Roboter werden manchmal überflüssig – denn so ist ein Platz mehr im Wagen.
Ein Haushaltsroboter kostet 50.000 Euro.

2030
Im Pflegebereich sind wir nicht mehr wegzudenken. Auch komplexere Arbeiten wie Blut abnehmen und kleinere Labortätigkeiten machen wir schon.

Die ersten Versuche mit Robotern als U-Bahn- und Straßenbahnführern laufen gut.

Es wird diskutiert, Roboter bei der Polizei und der Feuerwehr einzusetzen, da dort immer wieder gefährliche Situationen zu bewältigen sind, die wir Roboter einfach besser beherrschen.
Im Kindergarten sind wir schon im Einsatz und die Kinder spielen gerne mit uns. Wir werden schließlich nicht so schnell müde. Aber wir passen auch auf, dass den Kindern nichts passiert, denn das können wir besser als Menschen. Wir sind aufmerksamer und lassen uns nicht ablenken.

Bei Sprachen sind wir unschlagbar und arbeiten in allen Bereichen als Sprachlehrer und Dolmetscher. Die Integration der Flüchtlinge und auch von sprachbehinderten Menschen gelingt mit uns umso besser.
In der Landwirtschaft fahren ersten Trecker und Arbeitsmaschinen allein.

Als Hausroboter haben wir uns bewährt, zumal wir auch in Abwesenheit der Menschen arbeiten, aufpassen und perfekt alarmieren können, wenn ein Einbrecher in das Haus eindringen will.
Ein großes Problem sind nach wie vor Computerviren. Hier müssen wir bei der Bekämpfung der Viren und beim Schutz unserer Daten erheblich besser werden.

Allerdings verteuert die Robotersteuer unseren Einsatz. Die Menschen haben erkannt, dass wir Ihnen immer mehr Arbeiten ab- und manchmal auch wegnehmen, da wir besser, schneller und preiswerter arbeiten.

Das „Rent a Robot“-System macht es möglich, auch erstmal zeitweise einen Haushaltsroboter zu testen oder mit Nachbarn zu teilen. Die Preise sinken. Ein Haushaltsroboter kostet nur noch 10.000 Euro.

Die menschliche Arbeitszeit wurde auf eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich reduziert.

2040
Die ersten Roboter sind bei der Feuerwehr und der Polizei im Einsatz. Es klappt richtig gut mit unseren menschlichen Kollegen, die gerade in gefährlichen Situationen von uns entlastet werden. In den Bereichen Altenpflege und Kindererziehung sind wir nicht mehr wegzudenken.

Wir sammeln erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern als Assistenten und Unterrichtende in Gymnasien und Universitäten. Der Roboter als Lehrer/in ist schon lange kein Traum mehr.
Ganz nebenbei: Wir Roboter beherrschen mittlerweile fast alle Sprachen der Welt, können mit jedem Menschen sprechen und haben jederzeit alle Informationen parat, die gebraucht werden. Daher werden wir auch gern in der Touristeninformation eingesetzt und helfen natürlich auch als Pförtner gern durch den Verwaltungs- und Firmendschungel. Wir kennen uns wirklich aus!

Die ersten Roboter übernehmen Führungsaufgaben. Künstliche Intelligenz legt immer mehr zu.

Es gibt viele Diskussionen darüber, wieviel Arbeit den Menschen noch bleiben muss. Schließlich arbeiten wir Roboter viel gewissenhafter, preiswerter – und das rund um die Uhr. Auch krankheitsbedingte Ausfälle gibt es kaum noch.

Leider leidet ein großer Teil der Menschen unter fehlender Bewegung und Beschäftigung – hier muss etwas getan werden. Allein mit Sport lösen wir das Problem nicht.

Immer mehr Gesetze regeln unsere Arbeit und auch die Arbeitsverteilung zwischen Mensch und Maschine.

Ein Haushaltsroboter kostet 5.000 Euro.

Die menschliche Arbeitszeit wurde auf eine 20-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich reduziert.

2050
Ein Haushaltsroboter kostet 2.000 Euro – Tendenz weiter fallend bei mehr Leistung.

In den Führungsetagen unserer Firmen und Verwaltungen sind Roboter nicht mehr wegzudenken.

Erste Roboterkollegen versuchen sich in der Politik. Sind wir als Roboter wählbar? Wir sind intelligent, arbeiten viel und tragen zur Wertschöpfung bei. Derzeit verweigern uns die Menschen noch das aktive und auch das passive Wahlrecht.

Bei Olympischen Spielen könnten wir vieles leisten. Aber auch dort sind wir noch unerwünscht.

Wir arbeiten Hand in Hand, aber die Diskussionen um eine gerechte Verteilung der Arbeit reißen trotzdem nicht ab.

Die menschliche Arbeitszeit wurde auf eine 10-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich reduziert.

Die Menschen haben viel Zeit – aber manchmal auch zu viel Zeit, sie denken viel nach und machen uns Robotern das Leben schwer.
Wir müssen leider haufenweise Probleme lösen, die sich aus dem Zusammenwirken zwischen Menschen und Robotern ergeben haben. Künstliche Intelligenz fordert Teilhabe und auch Roboter haben schließlich Gefühle! Ordnen wir uns den Menschen weiter unter? In einem Jahrzehnt wissen wir mehr …

Wir reisen zurück.. Sie kommen langsam wieder im Jahr 2017 an..

*Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Autor und Geschäftsführer des innovatorsclub Niedersachsen