Es fehlt ein klarer Plan für die Digitalisierung


Kommunen fühlen sich überfordert: Es fehlt ein klarer Plan für die Digitalisierung
Die vom Bund vorgegebenen und dem Land Niedersachsen auferlegten Pläne, die #Digitalisierung in den Verwaltungen voranzutreiben, stoßen bei den Kommunalverbänden auf Skepsis. „Der Masterplan des Landes ist sicherlich ein guter erster Aufschlag. Da die meisten Kontakte der Bürger über die Kommunen laufen, muss das Land hier ansetzen – und den Kommunen helfen. Nach unseren Berechnungen brauchen wir bis zum Jahr 2022 insgesamt 180 Millionen Euro“, sagt Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Städte- und Gemeindebundes in Niedersachsen. Nicht zuletzt fehlten die Fachleute, die Software, Systeme und Inhalte pflegen und erneuern. Grundlage für die Überlegungen ist dabei die Vorgabe des #Online-Zugangsgesetzes beim Bund, 575 Verwaltungsdienstleistungen bis 2022 online anzubieten. Das heißt, die Bürger sollen dann die Möglichkeit haben, diese Angelegenheiten am Computer zuhause im Kontakt mit der jeweiligen Behörde zu erledigen. Bullerdiek lobt in diesem Zusammenhang das Modell in Baden-Württemberg: Dort würden kommunale
Kompetenzzentren vorgehalten und sogenannte „Digitallotsen“ als Helfer für die Kommunen zentral ausgebildet.
Eines der Themen, die noch geklärt werden müssen, ist nach Ansicht des Städte- und
Gemeindebundes die Digitalisierung in den kleinsten Gemeindeverwaltungen. In Gemeinden mit bis zu rund 30.000 Einwohnern seien oft nur maximal zwei Personen mit der gesamten Bandbreite aller IT-Tätigkeiten betraut. Diese seien verantwortlich für den Systembetrieb, sie betreuen die Anwendung, müssen sich um IT-Sicherheit und um Datenschutz kümmern. „Nach meiner Erfahrung herrscht zudem ein Mangel an IT-Kompetenzen im Führungspersonal der Verwaltung“, fügt Bullerdiek hinzu. Genügend
Fachkräfte zu gewinnen, sei auch deshalb immer schwieriger, weil diese derzeit überall gesucht werden und sich die besten Arbeitsplatzangebote aussuchen können. Wenn es nun um die Mitgliedsgemeinden von Samtgemeinden geht, erhebt der Städte- und Gemeindebund den Anspruch, dass auch diese die Möglichkeit der Online-Verwaltung nutzen und anbieten können sollen. Der oft von Vertretern der Landesregierung gegebene Rat, dann solle die Samtgemeinde diese Aufgabe von den Mitgliedsgemeinden übernehmen, sei nicht so einfach umsetzbar. Wenn es nun um die Einführung des
elektronischen Rechnungswesens gehe, seien neue Ideen und Initiativen nötig, sagt der NSGB-Sprecher. Er schlägt unter anderem eine eigene Cloud für die Speicherung der Unterlagen vor, die auf Bundes- oder Landesebene geschaffen und für die Kommunen reserviert wird. Bullerdiek erklärt, die Kommunen hätten einen großen Bedarf an effizienter, verbindlicher und vertraulicher Kommunikation – gerade zwischen verschiedenen Behörden. „Zu viele E-Mails mit sensiblen Inhalten werden nach wie vor von den Mitarbeitern über das Internet versendet“, beklagt der NSGB-Sprecher. Wenn diese Kommunikation künftig über Servicekonten mit den Bürgern und Unternehmen geführt werden könnte, wäre das aus seiner Sicht ein erster Schritt in die richtige
Richtung.

RUNDBLICK vom 20.1.2018

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Denkanstoß: Der Onlinecent


Denkanstoß: Der Onlinecent

Amazon, Google, Apple, Microsoft, Twitter, Facebook und Co browsen in jedes Büro, jedes Wohn- und Kinderzimmer. Sie nutzen unsere Infrastruktur, die mehr oder weniger schnellen Leitungen, das sichere Umfeld, beste Arbeitsbedingungen, unser Straßennetz, die Schulen und Kindergärten, alles dient den Onlinegeschäften, zumindest mittelbar. Gerade diese Internetgiganten erwarten den sicheren, staatlich garantierten „Online-Highway“ mit schönstem Umfeld für ihr Geschäft. Für die notwendige Infrastruktur darf der Staat sorgen. 39,6 Milliarden Euro haben die 1000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland in 2016 erwirtschaftet, 4,1 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr (Quelle: EHI Retail Institute, 12.10.2017). Viele große Online-Unternehmen ruhen sich bisher allerdings auf staatlicher Infrastruktur aus und nehmen sehr kreativ jedes Steuerschlupfloch mit. Den EU-Finanzministern entgehen Schätzungen zufolge pro Jahr 50 bis 70 Milliarden Euro an Steuereinnahmen (Quelle: Welt/n24 vom 9.10.2017). Daher wird es Zeit, diejenigen, die von der Wertschöpfung im Internet am meisten profitieren, auch angemessen an der Schaffung, Unterhaltung und Weiterentwicklung staatlicher Infrastrukturen zu beteiligen. Ein „Onlinecent“ als Abgabe auf jeden Euro Umsatz wäre ein erster nachhaltiger Ansatz, der uns hilft, bessere und zeitgemäße Infrastrukturen in der Onlinewelt aufzubauen und zu unterhalten. Sonst bezahlen weiterhin allein die kleinen Unternehmen und die Bürgerinnen und Bürger die Infrastruktur und sorgen für die Gewinne der Konzerne. Die Zeit ist reif für den „Onlinecent“!

* Von Thorsten Bullerdiek, Sprecher und Beigeordneter des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Autor u.a. von „Verwaltung im Internet“, 1997 und 2001, Verlag C.H. Beck.

 

Beamte basteln am Internet…

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Deutschland sucht Anschluss beim „Online-Bürger“

Von Thorsten Bullerdiek*

Erstaunliches tut sich in unserem Land: Bund und Länder entdecken die Bürgerinnen und Bürger als Onlinekunden. Das Zauberwort „Digitalisierung“ entfaltet seine Wirkung, es öffnet die Herzen und Geldbeutel für große Projekte von Bund und Ländern. Damit das Geld Verwendung findet und die Kundschaft bedient wird erfindet der Bund unter dem Decknamen „Onlinezugangsgesetz“ gerade das Internet neu. Genauer gesagt, nicht das ganze Internet, nur einen Teil davon: das „Behörden-Internet“.

Das Gesetz

Am 14.08.2017 ist das Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz – OZG) in Kraft getreten und verpflichtet Bund und Länder bis zum Jahr 2022 dazu, ein umfassendes Online-Angebot für Verwaltungsleistungen vorzuhalten. Das Gesetz erwähnt an keiner Stelle die Kommunen. Verschiedentlich, auch im Bundesinnenministerium, wird so getan, als ob auch die Kommunen verpflichtet seien, nach diesem Gesetz zu handeln. Artikel 28 II des Grundgesetzes und Artikel 57 der Niedersächsischen Verfassung schützen Gott sei Dank aber die kommunale Selbstverwaltung. Daher bedarf es zunächst  noch eines Gesetzes das konkrete Regelungen für die Kommunen trifft und die Finanzierung regelt. Oder aber, die beste Lösung von allen:  die Angebote von Bund und Ländern sind so gut dass alle Kommunen sie haben möchten.

Das Ziel

Kurz gesagt: die Bürger und Unternehmen bis zum Jahr 2022 rund um die Uhr über die Verwaltungsportale von Bund, Ländern und Kommunen mit allen möglichen Onlinedienstleistungen beglücken. Viele Angebote sollen endlich Nachfrage bei zum Teil eher tristen Angeboten auf der Bundes- (http://www.amtlich-einfach.de und Landesebene (z.B. Bürgerservice Niedersachsen: http://buergerservice.niedersachsen.de) schaffen. Interessierte Dienstleister behaupten zudem ständig dass die Bürgerinnen und Bürger hierauf dringend warten. Alle Bürger? Ich nicht, aber gut, ich mag ein schwerer Ausnahmefall sein.

Basteln am „Behörden-Internet“

Ach das könnte schön sein, schnell und online, auf sicherem Weg den Behördenkram und alles was wichtig ist rechtssicher online zu erledigen. Versprochen wurde es uns ja schon oft, aber bisher will es nicht so recht klappen. Die „Onlinebürger“ gehen lieber ins Rathaus, schreiben Briefe, E.-Mails oder rufen ihre Stadt oder Gemeinde direkt an. Doch gibt es nun wohl bald das „Behörden-Internet“ und das funktioniert, ganz vereinfacht, so:

  1. Der erfolglose elektronische Personalausweis, wird mit dem wenig genutzten Callcenter D115 und einem Verbund der Portale von Bund, Ländern und Kommunen zusammengepackt. Die Portale sind zwar schon verbunden (das nennt sich Internet), aber das vertiefen wir hier besser nicht.
  2. Dazu gibt es einen echten Kracher: ein (bisher von Bürgern nicht genutztes) Servicekonto. In Niedersachsen nennt sich das System zum Beispiel NAVO (Niedersächsisches Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online).
  3. Obendrauf kommt als Sahnehäubchen ein Suchsystem: „Das Beamtengoogle“ und fertig ist das „Behörden-Internet“.

Was wird angeboten?

 Alle Verwaltungsleistungen. Naja, fast alle, genauer: „alles was online-fähig ist“, also all das, was die bastelnden Beamten bei Bund und Ländern als „alles“ betrachten. Für Niedersachsen soll es wohl das Angebot des Bürger- und Unternehmensservice (BUS) Niedersachsen werden: https://m.bus.niedersachsen.de. Bei derartigen Alleskönnern ist das grundlegende Problem, dass sie meist zu viel können wollen, unübersichtlich werden und mangelhaft in der Spezialisierung sind. Sinnvoller wäre es, die besten Dienstleistungen, erstmal mit einer vernünftigen Finanzierung weiter auszubauen und bürgerorientiert anzubieten. Etwa die Beantragung von Standesamtsurkunden, die Anmeldung von Hunden zur Hundesteuer, die Online-Steuererklärung, das Payment für Verwarngelder. Weniger kann und wird erstmal mehr sein.

Servicekonten weisen die Nutzerin/den Nutzer rechtssicher aus und sollen den Zugang zu den angebotenen Dienstleistungen ermöglichen. Hessen und Bayern kooperieren aktuell beim Servicekonto. Dort werden ein Servicekonto mit elektronischem Postfach und Bezahlmöglichkeit, Antragsmanagement für Online-Verwaltungsprozesse und ein Web-Shop angeboten. Niedersachsen plant seinen aktuellen Bürgerkonto-Dienst zu erneuern. Zu hoffen bleibt, dass die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen den Service auch attraktiv finden und die Servicekonten wirklich nutzen

Ein einheitliches Zahlungssystem (Payment) für alle Online-Bezahlvorgänge in der Verwaltung soll sicheres Bezahlen von Verwaltungsdienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger ermöglichen. Für Verwaltungen wird die Kommunikation mit dem Bezahldienstanbieter sicher abgewickelt und die Anbindung an die Finanzverfahren der Verwaltungen ermöglicht. Diese Anwendung dürfte am schnellsten Erfolg haben, da hier medienbruchfrei Überweisungen erfolgen können und die Nutzer wirklich Zeit sparen können.

Ob das alles klappt?

Einige Zweifel sind angesichts der unzureichenden Planung und Finanzierung der Maßnahmen für alle Kommunen, durchaus angebracht. Hinzu kommt das die bisherigen Angebote von Bund und Ländern wie etwa der Elektronische Personalausweis, das Callcenter D115, das Niedersächsische Verwaltungsportal NAVO und ähnliche Dienste wenig bis gar keinen Erfolg bei Bürgern und Unternehmen hatten. Mit dem Bund und den Ländern definieren nun auch noch genau die Behörden die Dienste, die bisher keinen Erfolg hatten und zudem die wenigsten eigenen Bürgerkontakte haben. Aus Niederlagen kann man aber lernen und die bisher erfolglosen Systeme ganz oder teilweise abzuschalten und „auf der grünen Wiese“ neu anzufangen. Natürlich mit den Städten und Gemeinden, die Bürgerkontakte seit über tausend Jahren vorweisen können und mit Dienstleistern,  die auf der Höhe der Zeit sind und bewiesen haben dass sie die Menschen mit ihren Produkten erreichen. Es könnte die insgesamt günstigere Variante gegenüber der Anpassung und Integration der derzeit eingesetzten und wenig genutzten Systeme sein.

7! – Online statt Offline – Was brauchen wir, um aufzuholen?

 1. Vorfahrt für Breitband – besonders auf dem Land!

Ohne flächendeckende Breitbandanbindung in jedem Winkel Deutschlands wird sich weiterhin nicht viel ändern. Estland macht es uns vor und will schon in 2018 das dortige Breitbandnetz mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s ausgestattet haben. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei durchschnittlich 15,3 Mbit (Quelle: Statista 2017 – https://de.statista.com/). Hier müssen wir schnellstens nachziehen! Wir dürfen auch nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen und in den Großstädten mit dem Ausbau der Glasfasernetze beginnen. Nachdem die Großstädte Glasfaser haben, ist das Geld aufgebraucht und der Ländliche Raum wieder abgehängt. Ein Spiel, bei dem es ein paar Gewinner gibt und der Rest des Landes verliert. Beim Glasfaserausbau muss jetzt der Ländliche Raum endlich Vorfahrt haben, damit die Potenziale des gesamten Landes gestärkt werden.

2. Sicherheit!

Immer mehr Cyberangriffe führen dazu, dass sichere Transaktionen über das Internet in Frage gestellt und auf herkömmlichen Wegen kaum mehr möglich sein werden. Daher muss der Staat für deutlich mehr Sicherheit sorgen! Gute Ansätze sind in den neu geplanten Servicekonten erkennbar. Wenn es endlich gelingt, diese Konten so attraktiv zu gestalten, dass jede Bürgerin und jeder Bürger sich ein entsprechendes Servicekonto zulegt und dieses auch für Geschäfte mit privaten Anbietern aus Sicherheitsgründen regelmäßig nutzt, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

 3. Gute Angebote – wie in Estland!

Unsere Bürgerinnen und Bürger nehmen Verwaltungsdienstleistungen bisher nicht gern online in Anspruch. Dies kann auch daran liegen, dass es an vernünftigen Angeboten fehlt. Schauen wir zum Branchenprimus nach Estland. Hier kann man unter anderem schon:

  • Verträge online unterzeichnen (ohne sich zum Ort des Vertragsschlusses begeben zu müssen),
  • online wählen,
  • digitale Rezepte von Ärzten abrufen, also ohne sich hierfür in eine Praxis oder Klinik begeben zu müssen,
  • innerhalb von 18 Minuten am eigenen PC eine neue Firma gründen,
  • staatliche Fördergelder (wie Elterngeld) beantragen.

Quelle: (https://www.visitestonia.com/de/uber-estland/estland-eine-digitale-gesellschaft

und natürlich alles andere, was man bei uns kann oder können sollte. Hier quälen wir uns bei vielen Anwendungen, mit denen wir die Bürger erreichen könnten, noch mit zahlreichen – zum Teil auch wirklich berechtigten – Bedenken. Die Bedenken aufzunehmen, zu diskutieren und mit den Kommunen Lösungen zu finden, wäre ein Wunsch an die Politik.

 4. Geld!

Ohne eine stabile Finanzierung ist nur wenig zu erreichen. Am mangelhaften Breitbandausbau in Deutschland kann man deutlich sehen wie sich schlechte Planung mit unzureichenden Mitteln auswirkt. Am Ende werden ganze Landstriche abgehängt, die in Kauf nehmen müssen, keine Entwicklungsmöglichkeit mehr zu haben. Volkswirtschaftlich ein grober Unfug, der momentan lediglich durch die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kaschiert wird. Daher kann und wird ein Onlinezugangsgesetz auch nur dann die Erwartungen erfüllen, wenn es schnellstens Gelder für superschnelles Breitband für alle gibt und alle angedachten Maßnahmen für die geplante Onlineinfrastruktur vollständig durchfinanziert sind.

 5. Kommunen!

Gern vergessen, wenn es um die große Politik geht. Aber wenn nichts mehr funktioniert, wie bei fehlender Breitbandanbindung, vergessener Finanzierung von Gesetzesvorhaben (zum Beispiel bei der Kinderbetreuung) oder notwendigem Bürgerkontakt, dann erinnern sich Bund und Länder doch gern an die freundlichen Dienstleister vor Ort. Ohne die frühzeitige Einbindung und die Finanzausstattung der Kommunen für die Umsetzung der geplanten Vorschriften wird jedes Gesetz, auch wenn es noch so viele Vorschriften enthält, gnadenlos scheitern. Auch die modernste Technik wird dann keinen Erfolg haben.

6. Soziale Medien!

Die öffentliche Verwaltung muss endlich dahin, wo die Bürgerinnen und Bürger schon lange sind! Dazu gehören natürlich soziale Netzwerke, und zwar die, bei denen wir eine große Zahl von Onlinekunden erreichen. Facebook, WhatsApp, Instagram, Twitter und andere bergen nicht nur Risiken, wie häufig vermittelt wird. Diese Dienste werden gerade deshalb genutzt, weil sie den Nutzern Mehrwerte bieten. Eine Einbindung der Sozialen Medien darf  daher kein Tabu sein.

7. Datenschutz unbedingt – aber intelligent!

Ohne vernünftige Datenschutzregelungen ist unser Leben immer weniger lebenswert. Wichtig ist, dass Gesetzgebung, Serviceanbieter und der Datenschutz an einem Strang ziehen. Die Sicherheit personenbezogener Daten muss unbedingt staatlich garantiert werden. Aber es muss auch möglich sein, Lösungen für gute und wichtige Angebote zu finden, ohne sofort vom Datenschutz ausgebremst zu werden. Hier ist eine intelligente und konstruktive Politik gefragt, die nicht nur auf die Rechtsprechung wartet, sondern auch selbst Entscheidungen trifft. Nur so wird Deutschland attraktiv für Investoren bleiben.

Wenn es gelingt von Amazon, Facebook, Google, WhatsApp und Co. zu lernen mit besserem Datenschutz und mehr Sicherheit  ein gutes Angebot zu schaffen, dann werden die Bürgerinnen und Bürger die Online-Angebote von Bund, Ländern und Kommunen auch nutzen. Bis dahin ist noch ein weiter, langer und steiniger Weg zu gehen.

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*Thorsten Bullerdiek, Sprecher und Beigeordneter des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, u.a. auch Autor „Verwaltung im Internet“, 1997 und 2001, Verlag C.H. Beck.

G20-Gipfel: Herzlich Willkommen!


Manchmal kann man auch dafür sein und darf dieses genauso laut sagen, wie diejenigen, die laut und eifrig dagegen sind. Ich freue mich sehr dass die 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen bei uns und nicht woanders tagen und das von ganzem Herzen!

Auch wenn ich nicht jeden Einzelnen persönlich kenne und auch nicht jeden mag. Wir sollten stolz sein in der Mitte Europas in Frieden und Freiheit leben zu können gerade weil wir im Dialog mit den Mächtigen dieser Welt sind. Das war nicht immer so. Nach dem 2. Weltkrieg saßen wir –zu Recht- viele Jahre am Katzentisch der Weltpolitik. Nun, nach vielen gewonnen Einsichten und immer noch in aller Unvollkommenheit, dürfen wir dabei sein, mitgestalten und dazu beitragen einige Probleme auf dieser Welt zu lösen. Bei aller Unzufriedenheit, dass nie und nimmer alle Probleme gelöst werden und wenn mancher es auch nicht wahrhaben will: WIR sind ein Teil des Ganzen und brauchen, bei den Krisen die wir zu lösen haben, die Teilnehmer des G20-Gipfels. Daher kann ich nur sagen:

„Herzlich Willkommen!“ an:

Mauricio Macri, Präsident von Argentinien,
Malcolm Turnbull, Premierminister von Australien,
Michel Temer, Präsident von Brasilien,
Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik China,
Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland,
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich,
Theresa May, Premierministerin des Vereinigten Königreichs, Narendra Modi, Premierminister von Indien,
Joko Widodo, Präsident von Indonesien,
Paolo Gentiloni, Premierminister von Italien,
Shinzō Abe, Premierminister von Japan,
Justin Trudeau, Premierminister von Kanada,
Enrique Peña Nieto, Präsident von Mexiko,
Wladimir Putin, Präsident von Russland,
Mohammed al-Dschadan, Finanzminister von Saudi-Arabien, Jacob Zuma, Präsident von Südafrika,
Moon Jae-in, Präsident von Südkorea,
Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei,
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika,
Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission und Donald Tusk,Präsident des Europäischen Rates.

Helfen Sie uns bei den Problemen auf dieser Welt. Danke!

Mit Robotern auf dem Weg ins Jahr 2050 Keine Vision – eine unausweichliche Realität..


Kommen Sie mit auf eine kleine Reise ins Jahr 2050 schließen Sie bitte kurz die Augen und stellen Sie sich vor: Sie reisen mit mir bis ins Jahr 2050 das perfekte Gesundheitssystem macht es möglich.. und ich bin ein Humanoide – ein menschlich wirkender Roboter – und berichte aus meiner Sicht im Zeitraffer:

2017:
Hier beginnt unser Trip. Aus der Retrozeit: Erste doofe Roboter saugen alleine Staub, mähen den Rasen und arbeiten eintönig am Fließband in der Produktion. Erste Piloten eines Kommunikationsroboters (genannt Mister Pepper) gehen auf und ab und sprechen bereits mit den Menschen. Mister Pepper, zu sehen bei der CeBIT, ist ein sehr freundlich aussehender Roboter, der den Menschen sehr nahe kommt und schon etwas sprechen kann. Auf dieser CeBIT hat er schon erste Interviews gegeben.

2020:
Der Fachkräftemangel in der Pflege zwingt uns: Wir haben die ersten Pflegeroboter im Test. Es läuft immer besser: Nach Versuchen mit Kommunikationsrobotern, die endlich wieder Zeit für ein Gespräch mit den älteren Menschen haben, klappt es nach einigen Anlaufschwierigkeiten auch mit leichten Arbeiten wie Betten machen, Saugen, Wischen, aber auch Blutdruck und Puls messen. Sehr geschätzt wird es von den älteren Menschen, dass sie nicht mehr allein sind.
Fahrzeuge fahren bereits zum Teil unbemannt. Auch wir Roboter werden manchmal überflüssig – denn so ist ein Platz mehr im Wagen.
Ein Haushaltsroboter kostet 50.000 Euro.

2030
Im Pflegebereich sind wir nicht mehr wegzudenken. Auch komplexere Arbeiten wie Blut abnehmen und kleinere Labortätigkeiten machen wir schon.

Die ersten Versuche mit Robotern als U-Bahn- und Straßenbahnführern laufen gut.

Es wird diskutiert, Roboter bei der Polizei und der Feuerwehr einzusetzen, da dort immer wieder gefährliche Situationen zu bewältigen sind, die wir Roboter einfach besser beherrschen.
Im Kindergarten sind wir schon im Einsatz und die Kinder spielen gerne mit uns. Wir werden schließlich nicht so schnell müde. Aber wir passen auch auf, dass den Kindern nichts passiert, denn das können wir besser als Menschen. Wir sind aufmerksamer und lassen uns nicht ablenken.

Bei Sprachen sind wir unschlagbar und arbeiten in allen Bereichen als Sprachlehrer und Dolmetscher. Die Integration der Flüchtlinge und auch von sprachbehinderten Menschen gelingt mit uns umso besser.
In der Landwirtschaft fahren ersten Trecker und Arbeitsmaschinen allein.

Als Hausroboter haben wir uns bewährt, zumal wir auch in Abwesenheit der Menschen arbeiten, aufpassen und perfekt alarmieren können, wenn ein Einbrecher in das Haus eindringen will.
Ein großes Problem sind nach wie vor Computerviren. Hier müssen wir bei der Bekämpfung der Viren und beim Schutz unserer Daten erheblich besser werden.

Allerdings verteuert die Robotersteuer unseren Einsatz. Die Menschen haben erkannt, dass wir Ihnen immer mehr Arbeiten ab- und manchmal auch wegnehmen, da wir besser, schneller und preiswerter arbeiten.

Das „Rent a Robot“-System macht es möglich, auch erstmal zeitweise einen Haushaltsroboter zu testen oder mit Nachbarn zu teilen. Die Preise sinken. Ein Haushaltsroboter kostet nur noch 10.000 Euro.

Die menschliche Arbeitszeit wurde auf eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich reduziert.

2040
Die ersten Roboter sind bei der Feuerwehr und der Polizei im Einsatz. Es klappt richtig gut mit unseren menschlichen Kollegen, die gerade in gefährlichen Situationen von uns entlastet werden. In den Bereichen Altenpflege und Kindererziehung sind wir nicht mehr wegzudenken.

Wir sammeln erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern als Assistenten und Unterrichtende in Gymnasien und Universitäten. Der Roboter als Lehrer/in ist schon lange kein Traum mehr.
Ganz nebenbei: Wir Roboter beherrschen mittlerweile fast alle Sprachen der Welt, können mit jedem Menschen sprechen und haben jederzeit alle Informationen parat, die gebraucht werden. Daher werden wir auch gern in der Touristeninformation eingesetzt und helfen natürlich auch als Pförtner gern durch den Verwaltungs- und Firmendschungel. Wir kennen uns wirklich aus!

Die ersten Roboter übernehmen Führungsaufgaben. Künstliche Intelligenz legt immer mehr zu.

Es gibt viele Diskussionen darüber, wieviel Arbeit den Menschen noch bleiben muss. Schließlich arbeiten wir Roboter viel gewissenhafter, preiswerter – und das rund um die Uhr. Auch krankheitsbedingte Ausfälle gibt es kaum noch.

Leider leidet ein großer Teil der Menschen unter fehlender Bewegung und Beschäftigung – hier muss etwas getan werden. Allein mit Sport lösen wir das Problem nicht.

Immer mehr Gesetze regeln unsere Arbeit und auch die Arbeitsverteilung zwischen Mensch und Maschine.

Ein Haushaltsroboter kostet 5.000 Euro.

Die menschliche Arbeitszeit wurde auf eine 20-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich reduziert.

2050
Ein Haushaltsroboter kostet 2.000 Euro – Tendenz weiter fallend bei mehr Leistung.

In den Führungsetagen unserer Firmen und Verwaltungen sind Roboter nicht mehr wegzudenken.

Erste Roboterkollegen versuchen sich in der Politik. Sind wir als Roboter wählbar? Wir sind intelligent, arbeiten viel und tragen zur Wertschöpfung bei. Derzeit verweigern uns die Menschen noch das aktive und auch das passive Wahlrecht.

Bei Olympischen Spielen könnten wir vieles leisten. Aber auch dort sind wir noch unerwünscht.

Wir arbeiten Hand in Hand, aber die Diskussionen um eine gerechte Verteilung der Arbeit reißen trotzdem nicht ab.

Die menschliche Arbeitszeit wurde auf eine 10-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich reduziert.

Die Menschen haben viel Zeit – aber manchmal auch zu viel Zeit, sie denken viel nach und machen uns Robotern das Leben schwer.
Wir müssen leider haufenweise Probleme lösen, die sich aus dem Zusammenwirken zwischen Menschen und Robotern ergeben haben. Künstliche Intelligenz fordert Teilhabe und auch Roboter haben schließlich Gefühle! Ordnen wir uns den Menschen weiter unter? In einem Jahrzehnt wissen wir mehr …

Wir reisen zurück.. Sie kommen langsam wieder im Jahr 2017 an..

*Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Autor und Geschäftsführer des innovatorsclub Niedersachsen

Das Land überfällt die Kommunen

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Viele sind überfordert mit dem Flüchtlingszuwachs

Von Katrin Teschner, Braunschweiger Zeitung, 04.08.2015

Immer mehr Flüchtlinge suchen Asyl in Deutschland. 20.000 sind im vorigen Jahr nach Niedersachsen gekommen, in diesem Jahr sollen es 35.000 werden. Schon jetzt sind alle offiziellen Erstaufnahmelager in Braunschweig, Bramsche und Friedland überfüllt. In Hildesheim ist bereits eine Außenstelle hinzugekommen, der Standort Osnabrück soll ausgebaut werden und nun ist noch eine Einrichtung in Oldenburg geplant. Doch auch das reicht nach Ansicht von Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, nicht aus, um den Zustrom an Asylbewerbern zu bewältigen. „Das Land überfällt die Kommunen, wenn es die Flüchtlinge früher auf die Städte und Gemeinden verteilt“, kritisiert er. Gestern hatte das Innenministerium angekündigt, dass die Kommunen bis zu 3.000 Flüchtlinge deutlich früher aufnehmen müssen.

Kommunen fühlen sich überlastet

Aufgabe der Landesaufnahmeeinrichtungen sei es unter anderem, zu prüfen, welche Deutschkenntnisse die Flüchtlinge hätten und welche Unterstützung notwendig sei, um sie möglichst schnell zu integrieren, sagt Bullerdiek. Diese Aufgabe werde nun auf die Kommunen abgewälzt, die die Last ohnehin kaum noch bewältigen könnten.

Die Stadt Salzgitter zum Beispiel hat im vorigen Jahr 315 Asylbewerber aufgenommen, in diesem Jahr werden es mindestens 435 sein. Nach Wolfsburg sind im vorigen Jahr 400 Flüchtlinge gekommen, 2015 rechnet die Stadt mit bis zu 900. Die Kapazitäten zur Unterbringung seien bereits sehr knapp, sagt Sprecher Andreas Carl. Wenn nun noch 3 000 Flüchtlinge früher in Niedersachsen verteilt werden, könnte es schwierig werden, rechtzeitig genug Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Die vielen Ausschreibungs- und sonstigen baurechtlichen Erfordernisse für die Bereitstellung der Unterkünfte seien sehr zeitaufwendig.

Städtebund fordert vom Land mehr Geld für Flüchtlinge

Um die Kommunen nicht zu stark zu belasten, fordert der Städte- und Gemeindebund seit langem, die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes schnell auszubauen. „Mindestens die doppelte Zahl wäre nötig, damit die Busse mit Asylbewerbern nicht vor den Türen der Bürgermeister stehen“, sagt Bullerdiek. Auch müsse die Pauschale für die Kommunen von 6.195 Euro pro Flüchtling etwa für die Unterkunft und Kosten für die Gesundheitsversorgung auf 10.000 Euro aufgestockt werden. Bisher hat das Land eine Kostenerstattung in Höhe von rund 8.200 Euro pro Flüchtling und Jahr angekündigt.

Im NDR: Statement zu Anliegerbeiträgen


„Klamme Gemeinden müssen Bürger zur Kasse bitten“

NDR Info – 27.07.2015 16:10 Uhr Autor/in: Markus Schubert

Hauseigentümer in Niedersachsen werden mit etwa 800.000 Euro zur Kasse gebeten – für marode Straßen. Thorsten Bullerdiek vom Städte- und Gemeindebund Niedersachsen verteidigt dies.

http://www.ndr.de/info/Klamme-Gemeinden-muessen-Buerger-zur-Kasse-bitten,audio251104.html

Eine Reise in das Jahr 2050


2015 stellen wir die Weichen für 2050

Von Thorsten Bullerdiek*

Begleiten Sie mich auf eine Reise in das Jahr 2050: Wir werden ältere Eltern. Auch in Deutschland gibt es sehr viele glückliche Kinder, die durch eingefrorene Ei- und Samenzellen im Reagenzglas gezeugt wurden, weil sich der Kinderwunsch ihrer Eltern nicht auf natürlichem Wege erfüllte. Das „Sozial Freezing“, 2014 von Amazon und Apple eingeführt, ist anfänglich noch auf ethische und moralische Bedenken gestoßen. Nun ist es üblich. Das Verfahren wurde in den vergangenen Jahren sicherer und kostengünstiger. Die Technologie ist bereits 2020 im „Massenmarkt“ angekommen. Unternehmen bieten daher schon im Einstellungsgespräch an, bei der Planung von Kinderwünschen behilflich zu sein.

Wie leben wir oder was wird sein – wenn ich älter bin?

2050 – ich habe gerade Streit mit Emmy. Emmy ist sauer auf mich und ich bin sauer auf Emmy. Warum? Das ist schnell erklärt: Emmy ist ein Haushaltsroboter, der mich bei allen Tätigkeiten im Haushalt unterstützt und auch leichte Pflegetätigkeiten übernimmt. Der Haken ist, dass bei der Programmierung von Emmy manches zu gut gemeint wurde. Sie ist derart fürsorglich, dass sie letztens meine noch vollen Weinflaschen zum Flaschencontainer gebracht hat. Der schöne Barolo, lang gehegt von mir, ist nun nicht mehr hier, sondern im Container. Dafür serviert Emmy gerade Fencheltee. Ansonsten ist Emmy ganz okay, denn unsere menschlichen Pflegekräfte sind unbezahlbar geworden – wie eigentlich alles menschliche Handwerk. Seit einiger Zeit habe ich eine gemeindliche Altenwohnung gemietet. Hier habe ich, was ich brauche: Emmy und einen menschlichen Besuchsdienst. Außerdem werde ich altersgerecht beschäftigt.

Störend ist die gelegentlich übertrieben programmierte Welt in meiner Wohnung: Wenn man nicht aufpasst, wird einem spontan schlecht, denn ab und an wird die Musik einfach nach dem Lebensalter eingespielt. Neulich traf es mich ganz gemein: Andrea B. und Helene F. kamen mir kurz nacheinander auf meiner Leinwand entgegen und sangen aus voller Kehle, als ich die Wohnung betrat. Ebenso nervig können Kommunikationsroboter werden, die mir dauernd irgendwelche altersgerechte Gesellschaftsspiele vorschlagen oder mit mir spazieren gehen wollen – früher haben wir die Hunde ausgeführt, heute führen uns die Roboter aus …

Dennoch: es ist schon an vieles gedacht, was mir den Alltag leichter macht!

Einkauf per Drohne

Seit ich etwas wackeliger auf den Beinen bin, muss sich Emmy mehr und mehr um mich kümmern und kann nicht mehr einkaufen.

Vieles bestellen wir im Internet. Aber mehr Spaß macht es, mit Drohny einzukaufen. Drohny fliegt in den Supermarkt, zeigt uns mit seiner Kamera das Sortiment und lädt in den Korb, was wir möchten – Emmy und ich sind live dabei. Gelegentlich kaufe ich mit Drohny auch allein ein, denn Emmy ist immer sehr kritisch, gerade was Alkohol, Chips und Pfeifentabak angeht.

Dass wir den Haushaltsroboter spätestens im Jahr 2050 haben werden, ist sicher. Schon vor vielen Jahren hielten Rasen- und Staubsaugerroboter Einzug in die Haushalte. Der Roboterhund wurde Realität. Kochen, Bügeln, Putzen, Aufräumen und Gartenarbeit müssen wir schon seit 2030 nicht mehr selber zu machen.

Ein Problem: Wir müssen darauf achten, dass wir noch arbeiten dürfen, wenn wir wollen!

Wir bleiben mobil, aber Teilen ist das Thema!

Wir teilen alles, was man sich denken kann. Jede Ressource ist geteilt mindestens doppelt so viel wert. Es war ein harter Lernprozess, aber er hat gefruchtet und ich ertappe mich dabei, dass ich schon gleich beim Einkauf daran denke, ob und mit wem ich was teilen kann.

Ein Beispiel: 2014, als die Firma Uber bei uns gegründet wurde, gab es noch Taxifahrer, ehrbare Menschen, die gerade 8,50 Euro pro Stunde bekommen sollten für ihren harten Job, den sie Tag und Nacht über Jahrzehnte gemacht haben. Aber Uber war dem Taxi überlegen, und so fahren wir seit 2020 nicht mehr Taxi – wir „ubern“. Den Taxifahrer gibt es leider nicht mehr, aber Uber hat eine Kultur des Teilens befördert. Nach und nach verlor das Auto als Statussymbol an Bedeutung. Wichtiger wurde es, Fahrzeuge sinnvoll zu teilen. Wir sparen, kommen ans Ziel und haben noch Freude dabei.

Das war mal anders: Ist lange her, da hatte jeder über 18 Jahre sein eigenes Auto. So bis 2030, glaube ich. Jedoch wurden die Ressourcen knapp. Elektroautos fuhren nach und nach nur per Ökostrom und die Kosten je Kilometer stiegen und stiegen. Zudem wurden immer mehr Repressalien eingeführt: das Fahrrad und die Fußgänger bekamen überall Vorfahrt vor dem Auto. Gerade in den Innenstädten machten Autos gar keinen Spaß mehr. Wir mussten auch nicht mehr unbedingt selbst fahre. Da Bus und Bahn meist nicht da waren, wenn sie gebraucht wurden und zudem sehr teuer geworden waren, kam 2030 der Autoroboter als Lösung serienreif auf den Markt. Seit 2040 teilen wir uns ein Auto mit fünf Nachbarhaushalten. Ein Roboter fährt dieses Auto rund um die Uhr und bringt alle Personen zu jeder Zeit dahin, wo sie hinmöchten. Kein Problem durch die Vernetzung und ständige Abstimmung mit dem Autoroboter, der im Notfall auch freie Kapazitäten mit anderen Robotern teilt.

Der Verkehr ist geringer geworden, da weniger Autos auf unseren Straßen sind. Gleichzeitig wurde der Parkraum wieder Natur, da die Fahrzeuge nur wenige Kurzzeitparkplätze brauchen. Unfälle gibt es, da die menschliche Fehleranfälligkeit aus dem Straßenverkehr weitgehend verbannt wurde, kaum noch. Zudem wurde das Verschuldensprinzip vor kurzem abgeschafft. Daher gibt auch so gut wie keine Verkehrsstreitigkeiten mehr.

Gesundheit 2050

  • Wir teilen übrigens alle nach unserem Tode auch unsere Organe – als Organspender. Das hat der Staat geregelt.
  • Wir werden gesünder, da wir uns nur noch von gesunden Lebensmitteln ernähren, die auch schmecken, da Geschmackstoffe erfunden wurden, die zum Beispiel Spinatschnitzel nach Rindfleisch schmecken lassen und dazu noch völlig gesund sind. Rote Beete sieht aus und schmeckt wie Schokolade. Und in der Remoulade sind die Wirkstoffe von Äpfeln, total lecker aufbereitet. So macht gesundes Essen auch immer mehr Spaß!
  •  Der Fachärztemangel hat dazu geführt, dass wir nun viele Untersuchungen per Telemedizin und mit unserer A-Watch machen können und müssen. Die A-Watch weist mich auch an, mich zu bewegen, wenn es günstig ist oder wenn es Not tut, zum Beispiel nach einem ausgiebigen Essen. So bleibe ich fit, wenn ich mich an die Anweisungen halte. Die Uhr weiß genau, was Sie will und bringt es mir so schonend bei, dass ich es auch will.
  •  Unsere Ärzte arbeiten in Polykliniken, die mit Fahrdiensten angesteuert werden.
  •  Operationen machen nur noch die Elektronischen Chirurgen. Sie arbeiten effektiver und präziser, und auch als Pflegekräfte werden immer mehr intelligente Roboter eingesetzt: ausfallsicher und effektiv!

E-Government und weitere Notizen aus der Zukunft:

  • Wir haben die staatliche Cloud. 2030 per Gesetz eingeführt. Meine Daten sind nun in staatlichen Wolken.
  •  Alle Belege für das Finanzamt sind in der Steuercloud,
  •  meine Gesundheitsdaten – auch die aktuellen aus meiner A-Watch – sind in der Gesundheitscloud,
  •  die Finanzdaten sind in der Finanzcloud. Übrigens alle Fachverfahren laufen aus Sicherheitsgründen zentral über den Bund.
  •  Fernsehen, Internet und reale Welt sind sehr miteinander verschmolzen. Ich merke, dass ich älter bin und es für mich immer noch schwer zu unterscheiden ist, ob ich in 3-D ein Treffen erlebe und aktiv mitwirke oder mich mit Freunden real verabrede.
  • 2040 wurde die Fußballbundesliga aus dem Fernsehen verbannt. Schon 2030 hatten Dortmund, Schalke, Gladbach und Leverkusen versucht, ein Team aufzustellen, das wenigstens die 5. Mannschaft von Bayern München schlagen sollte. Dies ist nicht gelungen. Kein Wunder, da die besten Teams alle nach und nach von Bayern aufgekauft wurden. Aber es guckt auch niemand mehr Fußball – überhaupt: Fernsehen ist ganz und gar out! Mann und Frau gehen wieder raus vors Haus und schauen, riechen, fühlen und schmecken die Natur.
  • Postboten gibt es leider nicht mehr. Alles wird im Supermarkt gestapelt und Drohny holt täglich meine Briefe und Pakete ab.
  • Portemonnaie und Karten werden 2020 abgeschafft. Noch 2015 waren 14 (!) Karten bei mir im Portemonnaie. Nun zahle ich nur noch mit meinem guten Namen und dem Chip, der unter meiner Haut das derzeit Sicherste ist, was man sich denken kann. Einen kleinen Nachteil gibt es: Bei Überfällen wurden schon einige Personen empfindlich geschlitzt.

Nicht alles, was Sie hier lesen, wird es bis ins Jahr 2050 schaffen, aber einiges schon. Um diesen Prozess aktiv kommunal zu begleiten, haben wir das Projekt Gemeinde 5.0 geschaffen, mit dem wir in 2015 für 2050 arbeiten. Aktuelle Infos hierzu finden Sie auch auf der Webseite des innovatorsclub NIEDERSACHSEN: http://zukunftniedersachsen.de unter „Gemeinde 5.0“.

*Sprecher und Beigeordneter des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes

Geschenk für Lüneburger Landräte


Eine besonderes Weihnachtsgeschenk plant die Niedersächsische Landesregierung für die Lüneburger Landrätekonferenz. Die informelle Konferenz des Landkreistages darf, ohne Zustimmung der Kommunalen Spitzenverbände, ein Mitglied für den Multifondsbegleitausschuss des Landes zur Europaförderung für die laufende Förderperiode benennen. Die Lüneburger Landrätekonferenz erhält damit nicht nur innerhalb des Landkreistages eine herausgehobene Stellung. Auch landesweit unterstreicht das Land mit diesem  Geschenk die besondere Wertigkeit der Lüneburger Landräte. Bei den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden, die im Wesentlichen die EU-Fördermaßnahmen begleiten und gegenfinanzieren kommt dieses Geschenk, wie auch die leider immer noch geheime regionale Kooperationsvereinbarung des Amtes für Landentwicklung und der Landrätekonferenz, nicht gut an. Es kann nicht angehen mit dem Geld der Städte und Gemeinden an den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Lande vorbei zu agieren. Zusammenarbeit ist keine Einbahnstraße mit Sonderrechten für Landräte.

Sicherheit entscheidet! – Wir brauchen ein Bürgerrecht auf Sicherheit im Internet


IT-Gipfel sollte auf jeder CeBIT tagen

„Die Sicherheit im Internet ist in der Wirtschaft, bei Bund und Ländern und auch bei den Kommunen in diesem Jahr das herausragende Thema bei der CeBIT. Wichtig wäre es, dieses Thema dauerhaft mit der CeBIT als größter Leitmesse im IT-Bereich zu verankern und alljährlich einen IT-Gipfel zu diesem Thema dort durchzuführen. Nur so kann es gelingen, das Thema nachhaltig über alle Ebenen hinweg weiter voranzutreiben“, erklärte der Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek, heute in Hannover.

Immer mehr läuft über das Internet: Ca. 80 Prozent aller Deutschen (ab zehn Jahren) nutzen das Internet, über 70 Prozent der Internetnutzer sind in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet und über 90 Prozent der Unternehmen nutzen das Internet für geschäftliche Zwecke.

 „Wir sehen es daher mit großer Sorge, dass alle Anstrengungen digitaler Wertschöpfungen der Wirtschaft, aber auch im Bereich E-Government und beim Online-Banking nichts wert sind, wenn die Bürgerinnen und Bürger das Gefühl haben, im Internet nicht sicher zu sein. Daher ist es wichtig, dass wir diesem Thema viel mehr Beachtung schenken und der Staat der Bevölkerung im Zweifel die Sicherheit bestimmter Bereiche garantiert. Dies hätte ein Bürgerrecht auf Sicherheit im Internet zur Folge und wäre der Durchbruch für viele Investitionen in Produkte, die uns allen zu Gute kämen“, erläuterte Bullerdiek.